Ein kleiner Welpe ist schon etwas tolles. Besonders, wenn er niedlich mit einem Schleifchen unter dem Weihnachtsbaum sitzt. Ja, wie er da sitzt, mit seinem flauschigen Fell, niedlichen Äuglein und so tapsig. Ein Traum vieler Kinder. Alptraum jedes (vernünftigen) Menschen.

Hand auf’s Herz – wer von uns hat als Kind nicht davon geträumt, ein Hund, ein Pony, ein Kätzchen oder ein anderes pelziges Wesen unter dem Baum zu finden. Verständlicher Weise, denn schließlich erfüllt der Weihnachtsmann oder das Christkind ja den braven Kindern ihre Träume. Und für ein kleines Mädchen, nennen wir sie mal Klara, wird der Traum wahr. Und was ist schon dabei, so ein Welpe macht ja schließlich nicht so viel Arbeit. Der möchte ja nur spielen und gekuschelt werden. Das stimmt auch, zum Teil. Denn ein Welpe braucht viel Aufmerksamkeit un Erziehung. Schnell wird das ungemütlich für die Kinder und die Eltern wollen sich ja auch nicht mit dem Hund beschäftigen, schließlich ist das ja Klaras Hund. Aber Klara ist erst 7 Jahre alt und Bello überfordert sie. Er macht noch ins Haus und knabbert Schuhe und das Sofa an.

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Bitte, gib mich nicht wieder ab…

 

Mama und Papa sind genervt und Klara verliert recht schnell das Interesse, Kinder eben. Dazu kommt, dass Bello ja auch noch größer wird. Der bleibt ja nicht so… Und dann taucht vor den Augen der Eltern die Lösung schlechthin auf: das Tierheim! Was für eine tolle Erfindung! Man kann einfach das Tier da abgeben und ist sein kleines, flauschiges Problem wieder los. Wie klasse! Und die Tierheime platzen in den erste Monaten des neuen Jahres aus allen Nähten, weil viele die gleiche Idee wie Klaras Eltern haben.

Aber kaum jemand denkt dabei wirklich an den Hund. Sicher, in dem Tierheim geht es ihm gut, sollte es zu mindest, er bekommt Futter und Wasser. Aber bekommt er auch die Aufmerksamkeit, die er benötigt, von dem Futter mal abgesehen. Hinzu kommt, das auch Hunde Gefühle haben. Oh, wie kann denn das angehen?

Ein Hund leidet mit jedem Besitzerwechsel. Natürlich kann es in gewissen Situationen sein, dass Hund und Besitzer nicht zu einander passen. Die nehmen wir hier aber mal raus. Die Anschaffung eines Hundes sollte gut durchdacht werden und nicht übereilt und schon gar nicht unter dem Baum zu Weihnachten stattfinden. Hunde sind individuelle Lebewesen, jeder hat andere Bedürfnisse. Und an die muss man sich dann anpassen, sein Leben gestalten.

Man stelle sich mal vor, man möchte ein Kind adoptieren. Das macht man ja auch nicht von jetzt auf gleich und gibt es wieder ab, wenn es ungemütlich wird. Wenn das jede Familie mit diesem Kind machen würden, würde das Kind leiden. Es entwickelt psychische Störungen, die sein Sozialverhalten stören, wenn nicht sogar gänzlich zerstören. Bis es eine Familie findet, die sich dann seinen Bedürfnissen anpasst und sich liebevoll um das Kind kümmert, dauert es. Bei einem Hund ist es ähnlich. Nur, wenn niemand den Hund behalten möchte und ihn immer wieder in das Heim zurück gibt und er dann unsozial, im schlimmsten Fall sogar aggressiv wird, kommt der Tierarzt mit der Spritze.

Weihnachten 2014

Weihnachten 2014

Ein Hund ist kein Ding, keine Sache. Er braucht Liebe und Zuneigung und Aufmerksamkeit. Vor allem ein Welpe bedarf sehr viel. Er braucht Erziehung, er muss mehrmals am Tag raus, auch in der Nacht. Man kann nicht mehr einfach so den ganzen Tag weg fahren.

Man muss auch sicherlich einiges aufgeben und sich einschränken, das sollte einem klar sein. Dies sollte alles gut durchdacht sein und wenn man dazu nicht bereit ist, sollte man vielleicht lieber zu einem Kuscheltier greifen.

Mal davon abgesehen ist es auch eine große Belastung für die Tierheime, wenn jedes Jahr zur selben Zeit Tiere in „großen Mengen abgegeben werden“. Die Gelder reichen oft nicht aus und Spenden sind rar gesät. Die Tiere müssen das fressen, was da ist. Ob sie vielleicht eine Unverträglichkeit haben oder nicht, ist egal. Die Zuneigung bleibt auch oft auf der Strecke. Und die Boxen der Tiere sind alles andere als gemütlich und schön…

Also daher meine Bitte : bitte verschenkt keine Tiere zu Weihnachten!