Ich liebe Jessi. Sie ist meine beste Freundin, Familienmitglied, Seelenverwandter aber vor allem eines – ein Hund und das sollte man, besonders ich, nicht vergessen. Denn, ich bin ein Helikopter Frauchen.

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Als ich Jessi zu mir holte, habe ich es mir als Aufgabe gemacht, für sie zu sorgen und „bei ihr zu sein“. Beim Gassi ziehe ich ihr Kletten und Blätter aus dem Fell, zu Hause achte ich darauf, dass sie bequem liegt, ihre Betten weich genug sind. Ich möchte, dass sie glücklich ist, ich möchte tatsächlich Zeit mit ihr verbringen. (Ja, ich bin einer von den Menschen, die an einem Freitag Abend lieber zu Hause beim Hund sind. Und das gerne!)

Wenn Jessi blutet, schaue ich es mir gleich an, wenn sie humpelt muss es beobachtet werden. Wenn sie Durchfall hat, bekommt sie sofort Schonkost und ihre Medikamente halte ich bereit. Falls ich ihr mal wehtue, zum Beispiel auf die Pfote oder Rute treten, entschuldige ich mich sehr bei ihr. 

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Aber immer wieder muss ich mir ins Gedächtnis rufen, dass sie ein eigenständiges Lebewesen ist. Sicherlich, sie braucht in Gewissen punkten meine „Hilfe“. Aber dennoch ist sie ein Hund, der sich dreckig machen darf. Sie darf ihr Körbchen zerwühlen und sich darin wohlfühlen. Sie darf durch Pfützen watscheln und durch Matsch. Sie darf die Nähe haben, die sie möchte. Trotzdem soll sie nicht klammern und aufdringlich werden und auch ich dränge mich nicht auf. 

In gewissem Maße bemuttere ich Jessi. Ich habe sogar jedes Mal ein schlechtes Gewissen, wenn ich sie alleine lasse. Aber wichtig ist, dass ich sie Hund sein lasse. Aufmerksamkeit gegenüber Jessi ist mir wichtig, sehr sogar. Ich möchte, dass es ihr gut geht und sie sich hier wohl fühlt. Bestimmt einige Male zu sehr, aber so lange sie es nicht leid ist, bei mir zu sein, scheint es nicht zu schlimm zu sein 😉