Ein, leider immer noch, weit verbreiteter Irrglaube ist, dass ein Hund sich freut nur weil er mit der Rute wedelt. In den meisten Fällen jedoch ist das so gar nicht der Fall.

Sicherlich gibt es Hunde, die sich wirklich sehr freuen wenn zum Beispiel das Herrchen oder Frauchen nach Hause kommen und dem entsprechend mit der Rute um sich haut. Das Wedeln kann Freude, Zuneigung, Angst, Unsicherheit oder auch Aggression bedeuten. Dieses zu deuten ist gar nicht immer einfach und wird mit der Zeit besser.


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Jessi ist so ein „freudenwedler“. Wenn ich vom Einkaufen oder der Arbeit nach Hause komme, wedelt sie so sehr mit ihrer Rute, das der ganze Flauschepopo mit wackelt. Hier gibt es natürlich auch sehr viel Diskussionsstoff, denn viele Hundetrainer sind hier der Meinung, der Hund pöbele eine an. Aber Jessi freut sich. Das überstarke Wedeln und dann ihre Kuschelattacke, deutlicher geht es fast gar nicht.

Dann gibt es aber auch Momente, in denen ist sie unsicher oder fühlt sich unwohl und dann wedelt sie auch. Es sind zum Beispiel Momente, in denen ein kleines Kind kommt und Jessi ungelenk streichelt. Sie lässt es sich zwar gefallen, aber sie schaut mich dann hilfesuchend an und möchte, dass ich sie rette 😉

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Und dann gibt es auch Momente, in denen hat sie Angst. Durch den Verlust ihres Gehörs wird es weniger, weil sie die ihr Angst einflößenden Geräusche nicht mehr hört. Aber wenn, dann kommt sie winselnd, in geduckter Haltung, die Rute zwischen die Hinterläufe geklemmt, aber wedelnd, bei mir an. 

Ebenso wedelt sie mit ihrer Rute, wenn ich sie streichle. Sie schleckt mir dann ganz oft die Finger oder den Arm und wedelt im Liegen mit ihrer Rute, ein Zeichen der Zuneigung. Beim Spielen wedelt sie auch aufgeregt mir ihrer Rute. Dazu hüpft sie hin und her und springt im Kreis wie ein Pony und wedelt sehr stark mit der Rute.

Wenn Jessi einem Artgenossen begegnet den sie noch nicht kennt, dann stellt sie ihre Rute auf, stellt die Ohren auf und macht sich groß. Dann hechelt sie stark und fängt an, mit ihrer Rute zu wedeln. Oftmals kommt noch der Kamm dazu (der Bedeutet allerdings auch nicht immer gleich Aggression). Jessi baut sich meistens aus Unsicherheit so auf – schau, hier bin ich, ich bin groß und stark! Sie versucht keine Schwäche zu zeigen. Allerdings gibt es auch Hunde, bei denen ist es ein deutliches Zeichen für „Achtung! Komm‘ nicht näher, ich will keinen Kontakt, sonst werde ich unfreundlich!“ 

Das Wedeln bei einem Hund ist nicht immer gleich Freude, man sollte seinen Hund kennen lernen und darauf eingehen. Es gibt eine breite Palette der Bedeutungen, das sind nur einige Beispiele, anhand meiner Erfahrungen mit Jessi.