07 Jun

 

Heute erzählt euch Claudi von dem Hundeblog Vollverjackt etwas über ihre Heimatstadt und wie  man dort mit Hunden umgeht und als Hundebesitzer in einer Stadt angesehen wird. 

 

Ich lebe mit Mann und Hund im kleinen Städchen Chemnitz, in Sachsen.

Laut Bevölkerungeszählung von 2013 (das ist der aktuellste Stand :D), leben in unserer Stadt 241.210 Menschen auf 220,8 km² Fläche.

Für alle mit Hund gibt es eine tolle Seite, sie nennt sich http://www.chemnitz-hunde.de/. In der RubrikDog in the City findet man beispielsweise ein paar Zahlen und Fakten, wie viele Hunde circa bei uns leben und wie hoch die Steuern sind.

Aktuell findet man dort folgende Informationen

Einwohner                   24 6143

angemeldete Hunde      7916

Hundewiesen               20

Hundesteuer:

ein Hund                     je 100 € / Jahr

zwei Hunde                  je 135 € / Jahr

drei oder mehr             je 165 € / Jahr

„Listenhunde“               je 750 € / Jahr (!!!)

Zwingerhaltung             je 176 € / Jahr 

 

Wir zahlen also im Quartal 25 € für unseren Hund. De Steuer für „Kampfhunde“ finde ich absolut überzogen! Meist sind das nicht mal die „gefährlichsten Hunde“. Ich persönlich kenne auch keinen, der so viel für seinen „Listenhund“ bezahlt. Ich habe ein zwei Bekannte, mit starken Hunderassen. Diese haben sich beim Tierarzt bescheinigen lassen Mischlinge zu haben. Somit müssen sie keine abartigen 750 € im Jahr für einen Hund zahlen. Ganz ehrlich, ich kann das nur unterstützen und freue mich, wenn Tierärzte so etwas bescheinigen. 

Denn leider, und das muss man ganz ehrlich sagen, wird das Geld eh nicht für die Hunde oder Grünanlagen und Hundewiesen verwendet. Wir haben nirgendwo Kotbeutelspender. Das sorgt immer für viele Diskussionen. Denn die einen meinen, die Leute würden sich dann da massiv bedienen und das missbrauchen. Und die anderen wünschen sich das extrem. Kann ja immer mal passieren, dass man keine eigenen Tüte dabei hat. Ich fände solche Kotbeutelspender auch gut und würde hoffen, dass die Leute verantwortungsvoll mit ihnen haushalten. Aber die Stadt hat noch keine aufgestellt und wird es wahrscheinlich auch niemals. Viel wichtiger wären mir auch mehr öffentliche Mülltonnen, in denen man die Tüten entsorgen kann. In Parks wird die Nase gerümpft, wenn man die Beutel in die normalen Parkmülleimer wirft, weil keine Hundemülleimer da sind. Und auf der Straße wird man beschimpft, wenn man die vollen Beutelchen in die Mülltonnen von Mietshäusern wirft. Oft hat man aber schlicht keine andere Möglichkeit, wenn man nicht gerade 5 km mit der stinkenden Fracht umherlaufen möchte.

Von der Hundefreundlichkeit her liegt Chemnitz meiner Meinung nach so im guten Mittelfeld. Wir haben 20 offizielle Hundewiesen, bunt durch die Region verteilt. Auch da hat die Chemnitzer Hundeseite sich die Arbeit gemacht, diese aufzulisten und mal zu bewerten. Man findet Informationen über die Fläche und das Umfeld (Größe der Wiese, Verkehr ringsum, Sitzgelegenheiten, Wasser, uvm.), meist sogar mit Fotos.Man kann sich per QR Code sogar eine Wegbeschreibung zu den einzelnen Wiesen geben lassen. Siehe hier http://www.chemnitz-hunde.de/dog-in-the-city/hundewiesen/

 

Wir besuchen derartige Wiesen allerdings nicht so oft. Das liegt zum einen an ihrer teilweise schlechten Beschaffenheit und den oft nahen Lagen an größeren Straßen und zum anderen (größeren) Teil an den Leuten, die dort verkehren. Viele haben ihre Tiere nicht unter Kontrolle und gehen dort hin, um sie auszulasten. Dementsprechend sind die Hunde oft grob und vergraulen besonders kleinere und älter Vierbeiner schnell. Erst vor kurzem habe ich dazu einen Artikel geschrieben, den man hier nachlesen kann: https://vollverjackt.com/2016/05/25/auf-der-hundwiese-spass-oder-frust/#more-9086

Gerne besuchen wir den Crimmitschauer Wald und den Pfarrhübel, für ausgiebige Spaziergänge. Vor allem, weil Jack dann ohne Leine laufen kann. Auf dem Pfarrhübel finden von Seiten der Hundeschulen auch oft Dogwalks statt, an denen jeder teilnehmen kann. Auch wir haben da schon ein zwei mal dran teilgenomenn und uns ganz netter Gesellschaft auf einem großen Spaziergang erfreut. In der Stadt besteht Leinenpflicht! Daran halte ich mich aber nur zu gern, denn überall sind Hofausfahrten und viele Autos.

 

Was Lokalitäten angeht ist Chemnitz sehr hundefreundlich. In Restaurants und Bars sind Vierbeiner erlaubt, wenn man sie mitbringen möchte. Bisher waren wir noch nirgendwo, wo Jack nicht mit durfte. Wenn wir in ein neues Restaurant gehen rufen wir vorher an und fragen nach, ob Vierbeiner willkommen sind. Aber ein Nein haben wir eigentlich noch nie bekommen. Die Servicekräfte bringen auch immer direkt Wasser an, wenn man ein Lokal mit seinem Hund betritt. Das finde ich sehr nett und zeugt von Hundefreundlichkeit.

 

Text und Bilder sind uns freundlicherweise von Claudi zur Verfügung gestellt worden.