26 Jan

Wann ist ein Hund stolz, eitel oder verhält sich einfach nur nach dem „Urtrieb“? Ich hab mir dazu mal ein paar Gedanken gemacht und möchte erzählen, was ich an Jessi beobachten konnte.

Natürlich gibt es in jedem Rudel eine gewisse Rangordnung und ein so genanntes Alphatier. Und ganz natürlich ist es auch, dass das älteste Tier zwar respektiert und geschützt wird, aber dennoch keine all zu große Schwäche zeigen sollte. Als Beispiel möchte

ich euch gerne Jessis Rudel, die Mädchengang, vorstellen. Wer uns schon länger verfolgt weiß, das wir selten alleine und eigentlich immer mit den selben Hündinnen laufen, Kim und Bella. Natürlich haben wir noch mehr Fellnasen als Freunde, aber diese drei sind ein Rudel. Bella, der Leonberger Mischling, ist das Alpha. Sie ist die Jüngste und Kräftigste von den dreien. Treffen wir einen fremden Hund, oder auch einen Bekannten, der „Stress“ macht, beschützt sie ihre Mädels. Jessi ist nun mal die Älteste und somit auch Schwächste im Rudel. Sie darf sich so ziemlich alles erlauben, darf Bella und Kim Leckereien vor der Nase weg schnappen und sogar in deren Körbchen schlafen, was bei ihr keiner darf. Sie fühlt sich wohl und sicher. Jetzt kommen wir zum Stolz. Oder Eitel? Oder Rudelverhalten?

Wenn ich mit Jessi alleine spazieren gehe, läuft sie langsamer als im Rudel und hat anscheinend keine große Lust. Tja und meistens ist das auch der Fall. Denn, wie kann ich von ihr erwarten, ohne ihre Freundin zu laufen? Böööses Frauchen 😉 Aber  dem Alter entsprechend wird sie eben auch körperlich schwächer. An manchen Tagen brauchen wir fast doppelt so lange wie noch vor einem Jahr für unsere Gassirunden. Aber komischerweise läuft sie im Rudel schneller. Warum? Auf der einen Seite natürlich weil es ihr viel mehr Spaß macht mit ihren Freundinnen und Jessi verdammt stolz ist. Die sollen doch

bloß nicht mitbekommen, dass sie nicht mehr kann. Aber man merkt es. Auch wenn zweibeinige Freunde dabei sind macht sie nicht so schnell „schlapp“ und läuft im gemütlichen Trab weiter. Stolz, eindeutig. Aber im Rudel? Da ist es das Vermeiden von zeigen der Schwäche.

 

Ein alter Hund wird zwar geschützt, aber sollte er zur Last werden, wird er im Notfall zurück gelassen. Welcher Hund möchte das denn  schon? Also versuchen sie, so lange es geht, stark zu sein, dem Rudel nicht zur Last zu fallen.

Natürlich ist ein heutiges „Hunderudel“ nicht mehr wirklich mit dem Wolfsrudel zu vergleichen, wie es vor tausenden Jahren war, zumal es nicht mehr wirkliche Rudel unter Hunden gibt, da es meist nur eine Fellnase zur Zeit im Haushalt gibt.  Dennoch gibt es ein paar Punkte, die man vergleichen kann.

Alles in Allem kann ich sagen, dass Jessi eine sehr starke, stolze Persönlichkeit ist, sich in ihrem Rudel sicher fühlt, aber trotzdem keine Schwäche zeigen will. Sie läuft im Rudel immer noch zwei Stunden, wobei ich ohne Rudel das Gefühl hab, nach einer halben Stunde muss ich sie tragen 😉 Wir laufen lieber im Rudel, das macht uns allen mehr Spaß und vor allem Jessi. Soll sie noch stolz und stark sein, so lange sie möchte – bis ich sie tragen muss 😀