03 Feb

Heute möchte ich euch etwas darüber erzählen, wie Jessi und ich das so mit der Leine handhaben. Die ist ja nun mal leider unersetzlich für uns.

Ich würde nicht sagen, dass Jessi schlecht an der Leine läuft, aber in der Hundeschule würden wir sicherlich bei Leinenführigkeit durchfallen 😉 Zu erst sie ein typischer Leinenrüpler. Jeden fremden Hund muss sie anpöbeln. Das war schon besser, aber mit der Taubheit wurde es wieder schlimmer… Als sie zu uns kam, hat sie natürlich erstmal die Sau raus gelassen. Sie zog an der Leine,

wollte ständig von links nach rechts wechseln und überhaupt war alles interessanter als ich am anderen Ende der Leine.

 

Als Erstes wollte ich, dass sie nur auf einer Seite bleibt beim Gassi. Denn ich muss ehrlich sagen, ich finde es total furchtbar, wenn Hund die ganze Zeit mir oder anderen vor die Füße läuft, nur weil Hund an der Leine quer läuft. Da habe ich dann jedes mal, wenn sie auf die andere Seite zog, Nein gesagt. Kurz und knapp. Am Anfang hat sie das nicht wirklich interessiert, da habe ich dann versucht zusätzlich mit ihrem Namen ihre Aufmerksamkeit zu bekommen, aber selbst das half zu dem Zeitpunkt nicht wirklich. Dann habe ich kurz an der Leine gezogen. Dann blieb sie stehen und sah mich an. Dann habe ich sie kurz gestreichelt und sie musste einige Zeit bei Fuß laufen, ein kleines Stück nur. Das Spielchen hatte sie schnell verstanden und musste sich wohl eingestehen, dass sie lieber auf einer Seite bleiben wollte.

Aber trotzdem hatte sie nicht wirklich Interesse daran, mir Aufmerksamkeit zu schenken. Aber was macht man da? Da habe ich mir dann Hilfe von unserer Hundetrainerin geholt. Und da habe ich auch das erste Mal mit einer Schleppleine gearbeitet. Jessi sollte freien Lauf im Radius der Leine haben und auf mich achten, besonders natürlich, wenn ich sie rufe. Tja, aber wenn man schon so einen Auslauf hat, warum dann auf Frauchen achten? Ich bin dann immer mal einfach stehen geblieben oder habe die Richtung abrupt gewechselt. Das hatte sie auch schnell raus. Sie ist ja nicht doof, ganz im Gegenteil. Wenn sie eine Übung gut erfüllt hat, gibt es schließlich ein Leckerli und ganz viel streicheln.

Heute läuft Jessi sehr entspannt an der Leine, achtet auf mich und die Umgebung. Sie bleibt auf einer Seite, reagiert auf meine Körpersprache. Ich lasse sie aber meistens immer „frei“ an der Leine. Sie darf die Länge komplett ausnutzen, egal ob zwei oder sieben Meter, außer an der Straße. Da muss sie bei Fuß laufen.

 

Auch wenn Jessi schon 11/12 Jahre alt war, als se zu uns kam, heißt es nicht, dass ich alle ihre Marotten hinnehme, weil man ja einem alten Hund nichts mehr bei bringen kann. Auch sie braucht feste Regeln, wie jeder andere Hund, aber man muss ihr natürlich Zet geben, sich einzugewöhnen und alle neuen Eindrücke zu verarbeiten. Es dauert eben ein wenig länger, aber das ist okay. Die Zeit muss man sich dann eben nehmen.

Und ich denke rückblickend habe ich zwar nicht alles perfekt gemacht, aber für uns war es ein guter Weg. Wir sind ein (un)perfektes Paar mit Ecken und Kanten, Macken die wir nicht loswerden, sondern damit arbeiten und das Beste daraus machen.