31 Jan

 

Wie angekündigt, habe gibt es noch mehr von unserer Erziehung. Und weil heute Sonntag ist, habe ich heute den Tag für die erste Fortsetzung genutzt. Ich möchte euch gerne erzählen, wie wichtig es mir ist, das Jessi „gutes Benehmen“ hat und sich hinsetzt.

Angefangen damit, wenn wir Gassi gehen wollen. Sobald ich auch nur meine Schuhe anfasse oder meine Jacke, ist sie wie ein Känguru und hüpft hin und her, läuft im Kreis und macht einen völlig wahnsinnig. Dann muss sie sich hinsetzten. Meistens reicht das dann auch schon, aber manchmal will sie diskutieren. Sie steht immer wieder auf und will sich ewig im Kreis drehen, sie freut

sich eben. Aber schließlich müssen wir uns auch erst die Schuhe zu machen bevor wir raus gehen. Also muss Jessi sich hinlegen, damit sie sich beruhigt. Vorher gehen wir nicht raus. Und dann geht die Diskussion los. Jessi brummt mich an. dreht den Kopf, „stampft“ mit den Pfoten auf, während sie sich hinlegt und reißt die Schnauze auf, als wolle sie den allmächtigen Finger verschlucken. Zum Glück schnappt sie nicht 😉 Und jedes Mal, wenn ich den Finger wieder wegnehme, will sie sie wieder aufstehen. Das ganze vier, fünf Mal. Wenn sie sich dann beruhigt hat, ziehe ich ihr Leine und Halsband an, erlaube ihr ins Sitz zu gehen und belohne sie. Erst dann verlassen wir die Wohnung.

 

Und wir bleiben gleich mal beim Sitz, denn den brauchen wir beim Gassi immer. Wir wohnen zwar in einer 30er Zone, aber das heißt leider noch lange nicht, dass sich alle daran halten. Ich habe unheimlich Angst, dass Jessi angefahren werden könnte. Um das zu vermeiden, bleiben wir natürlich stehen, wenn wir die Straße überqueren wollen. Aber das reicht mir noch nicht, Jessi soll sich hinsetzten. Sie versteht denn Sinn dahinter nicht, aber sie macht es. Manchmal unaufgefordert, manchmal muss ich sie daran erinnern. Dann stupse ihre Kruppe an oder ziehe ganz kurz an der Leine, nur ganz leicht, entweder schaut sie mich an, so nach dem Motto „muss das jetzt echt sein, Frauchen? Der Boden ist nass!“ Dann hebe ich den Finger oder sie setzt sich dann von alleine hin. Dann lobe ich sie natürlich. Und wenn wir wieder weiter gehen, stupse ich sie leicht hinter ihrem Ohr an, „schubse“ sie also vorwärts.

Jessi versteht den Sinn dahinter leider nicht, manchmal bleibt sie nicht mal stehen, da will sie einfach weiter laufen. Ich kann sie ja schon verstehen, immerhin wird der wattierte Flauschepopo dreckig. Aber da muss sie durch. Wir müssen schließlich auch erst gucken, ob ein Auto kommt. Ich habe lediglich eine Ausnahme gemacht, als wir -14 Grad hatten. Da dachte, ich würde ihr was Gutes tun. Sie musste dann nur stehen bleiben. Aber als sie sich dann aber bereitwillig hinsetzte, als jemand die Hand in die Tasche steckte für ein Leckerli, war die Schonzeit vorbei 😉

Ähnlich ist es auch, wenn wir wieder nach Hause kommen. Jessi darf erst in die Wohnung, wenn ich es ihr erlaube. Sie soll einfach nicht los sprinten. Dazu kommt noch, dass ich ihr Leine und Halsband vor der Tür ausziehe, ihre Pfoten sauber mache und die Windel anziehe. Da würde sie sich am Liebsten vor drücken. Aber mal ehrlich, wer nicht 😉

 

Diese kleinen Dinge bringen Ordnung und Routine in unseren Alltag und sorgen dafür, dass der Teenager in Jessi nicht zu rebellisch wird. Manchmal sind Hunde eben doch wie Kinder… 😉