30 Jan

 

Heute möchte ich euch etwas über unsere Erziehung oder Umerziehung erzählen. Aber ich weiß gar nicht, wo ich anfangen und was ich zu erst erzählen soll. Ich versuche mal, da anzufangen, wo wir auch begonnen haben…

Wie so ziemlich jeder Hundebesitzer, hat man so seine eigenen Kniffe und Kommandos, die man auch so beibehalten möchte. Jessi ist mein „Ersthund“ und ich habe natürlich das anwenden wollen, was man von zu Hause mitbekam oder so an Erfahrungen gesammelt hat. Da kann es natürlich auch mal sein, dass der Secondhound damit nichts anzufangen weiß, sondern sich hinsetzt

und verwirrt guckt. Aber wie macht man das? Wir haben das mit Leckerli und positiver Verstärkung. Wenn Jessi etwas richtig gemacht hat, dann hab ich sie gelobt und gestreichelt und natürlich gab es kleine Leckereien. Wir sind immer in kleinen Schritten voran gegangen, Stück für Stück. Wenn sie etwas falsch gemacht hat, hab ich sie nicht bestraft, sondern habe entweder gar nichts gesagt oder bei Hütchenspielen zum Beispiel habe ich in neutralem Ton „falsch“ gesagt.

Ein neues Kommando und die Grundkommandos sind für uns im Großen und Ganzen kein Problem mehr.

Jedoch muss ich gestehen, dass Jessi mal „eins auf die Nase bekommt“ oder einen Pieks in die Seite. Ich weiß, dass es nicht immer nötig ist, aber hauptsächlich passiert es beim Gassi. Denn, Jessi verhält sich sehr oft wie ein rüpelhafter Teenie. Sie bellt grundsätzlich jeden Hund aus, der fremd ist. Sie baut sich auf, starrt und läuft wie ein junger Hengst voller Testosteron. Als Madame noch hören konnte, waren wir dabei das Problem in den Griff zu bekommen. Sobald sie anfing zu starren, änderte ich abrupt die Richtung. Wenn sie wieder entspannt war, hab ich sie gelobt und wir gingen wieder zurück. Und wenn gar nichts ging, musste sie sich hinlegen. Beim Bellen hat meistens ein kräftiges AUS! gereicht. Aber jetzt hört sie das nicht mehr. Da muss ich wirklich um ihre volle Aufmerksamkeit ringen, damit sie mich beachtet. Dann gibt es einen Stupser in die Flanke und dann unseren allmächtigen Finger. Meistens hilft das. Falls nicht, muss sie platz machen und liegen bleiben. Ist auch nicht unbedingt einfach, wenn man am anderen Ende der Leine plötzlich einen wilden Hengst hat und keine alte Hündin mehr 😉

Und wie bestrafe ich Jessi? Wenn sie wirklich mal Mist baut oder wie ein Teenager mit mir diskutieren will (ist echt lustig mit anzusehen; sie grummelt dann sogar tatsächlich 😉 ) Dann muss sie von mir weg gehen. Ich „verstoße sie aus dem inneren Kreis“. Ein gutes Beispiel dafür ist meine Freundin und ihre Dackeldame. Wenn wir zu Besuch waren, wollte Jessi sich nicht einordnen, weil sie wusste, das die Hündin meiner Freundin schwächer war. Sie hat sich in ihr Körbchen gelegt, hat sie verscheucht und ausgebellt. Da habe ich sie aus dem Raum geschickt. Ansonsten wird Jessi nicht viel bestraft. Höchstens gibt es mal eins auf die Nase, wenn sie das Leckerli samt meiner Hand verputzen will oder sie sich wund beißt.

Ich halte nicht viel davon, einen Hund körperlich zu bestrafen, meistens verstehen sie ja nicht mal warum sie etwas falsch gemacht haben, weil sie ihren Instinkten gehorchen. Wenn Jessi aufdringlich wird oder diskutieren will, schicke ich sie meistens weg. Das reicht völlig aus.