18 Nov

Ich habe mir mal ein Paar Gedanken gemacht, wie man mit Kindern und ihrer Angst vor Hunden umgehen  und woher diese komme könnte…

 Immer wieder höre und sehe, dass viele Kinder Angst vor Hunden haben, insbesondere natürlich vor großen Hunden. Da frage ich mich, warum ist das so? Wurde das Kind gebissen und wenn ja, wie konnte das passieren? Natürlich haben einige auch „einfach nur Angst“, so wie einige vor Spinnen, Schlagen …

Ich bin selbst mehrfache Tante und auch zwei meiner Neffe und eine Nichte haben Respekt/Angst vor Hunden. Nachdem ich Jessi bekam, lud ich natürlich auch weiterhin

meine Schwestern ein. Ich hörte dann als Erstes „Jaaa, aber dein Hund, du weißt doch, er/sie hat ein wenig Angst“ Ja, das weiß ich und ich bin der Überzeugung, man kann da was machen. Oftmals entsteht diese Angst durch falsches Verhalten, was natürlich Konsequenzen nach sich zieht. Man sollte zum Beispiel Hund und Kind nicht unbeaufsichtigt lassen, wenn Hund frisst. Das Kind möchte doch nur den Hund streicheln oder ein Brecki nehmen und ihm geben. Das kann Hund aber schnell falsch verstehen und könnte schnappen und – schwupps – hat Kind Angst vor Hunden. Da sollte man von Anfang an, dem Kind erklären,

 dass man so etwas nicht macht und natürlich auch warum. Ebenso muss man in solch einer Situation sofort versuchen, das Kind zu beruhigen und verständlich zu machen, dass es ein Missverständnis war und keine Absicht von dem Hund und es einfach schief ging.

Oft schreckt auch einfach ein stürmischer Hund ab, der wedelnd und hechelnd angelaufen kommt. Sicher auch nicht gerade Hilfreich. Aber auch da sollte drauf geachtet werden, wie das Kind sich verhält und was man als Elternteil machen kann. Man kann sich dann zwischen Kind und Hund stellen. Was man auf keinen Fall machen sollte, ist das altbekannte Arme hoch reißen und schreien oder gar das Kind hoch nehmen. Dabei macht man das Kind – ein Beuteobjekt – interessant und der Hund könnte hochspringen, weil das ja was ganz tolles sein muss, was der Mensch da auf dem Arm hat.

Und dann gibt es leider auch die Eltern, die ihre Angst projizieren. Sie wurden selbst als Kind gebissen oder haben schlechte Erfahrungen gemacht und jetzt dürfen ihre Kinder Hunden nicht zu nah kommen, weil ja alle so gefährlich sind. Die meisten Kinder haben noch nie einen Hund angefasst oder sind auch nur in ihre Reichweite gekommen, weil Mutti oder Vati das Kind gleich zur Seite nehmen oder auf den Arm. Finde ich sehr, sehr schade.

Bei meinen Neffen habe ich es so gemacht, dass ich mit Jessi raus gegangen bin, in eine ablenkungsreiche Umgebung. So war es neutrales Gebiet, sie konnten sich erst „beschnüffeln“ bevor es in die Wohnung ging. Wichtig ist, dass alles recht ruhig abläuft und nicht von Stress dominiert ist. Man sollte sowohl Kind als auch Hund Zeit geben, sich an einander zu gewöhnen, weil ja nun mal auch der  Hund die Angst wahrnimmt, die das Kind in dem Moment verspüren könnte. Jessi ist zum Glück eine ruhige Vertreterin, was es für uns und meine Neffen natürlich um einiges einfacher gemacht hat. Sie kam, schnüffelte und ging. Ganz simpel 🙂 Und auch in der Wohnung ist mit ihr und Kindern einfach: sie genießt es gestreichelt und einfach nur angefasst zu werden. Aber wenn sie ihre Ruhe haben möchte geht sie in ihr Körbchen. Dann sage ich auch klipp und klar das sie nicht gestört erden möchte.

Manchmal ist es aber auch einfach nur die Größe, die für das Kind einschüchternd ist. Na klar, da steht ein Tier mit riesigen Zähnen vor einem und kann in die Augen gucken. Respekt kann ich schon verstehen!  Aber ich finde, da sollte man den Kindern schon beibringen, dass ein großer Hund nicht gefährlich sein muss. Auch ein kleiner Hund kann beißen. Und wenn dieser nur sein Spielzeug oder Futter nicht teilen möchte.

 Aber von vornherein sollte dem Kind richtiges Verhalten beigebracht werden, damit man gewisse Situationen vermeiden kann.

Bei Freunden von mir sieht das schon wieder anders aus: deren Hündin hat Angst vor Menschen. Sie bellt grundsätzlich alle fremden aus, außer Kinder. So etwas sollte man auch erwähnen – nur weil ein Hund bellt, ist er nicht böse. Das kann viele Ursachen haben. Er könnte selbst Angst haben, vielleicht aber will er nur spielen (ja, typische Aussage, ich weiß 😉 ) oder wie Jessi es gerne macht – ohne zu wissen was überhaupt los ist oder um Aufmerksamkeit zu bekommen.

Ich finde, bei Angst gegenüber Hunden sollte daran gearbeitet werden. Am Besten mit einem ruhigen Hund und einem ruhigen Besitzer, der als ruhiger Pol Eltern und Kind zur Seite stehen kann, auf neutralem Gebiet.